Datenbanknummer

VGA_242

Beschreibung

Text:" Sechskronenmehl gefällig? Am 8. Juli 1920 hielt der christlichsoziale Parteiführer Kunschak in einer Frauenversammlung in Hernals eine Rede, in der er sagte: Es bestünde Gelegenheit, billiges Getreide in unser Land zu bekommen. Ich habe diese Feststellung nicht aus der Luft gegriffen, sondern spreche sie auf Grund von Verhandlungen mit den ungarischen Regierungsorganen aus, welche erklärten, daß Ungarn in der Lage sei, uns zwei Millionen Meterzentner Getreide zur Verfügung zu stellen, und zwar zu einem Preis, der niedriger ist als der für inländisches Getreide, nämilch sechs Kronen beträgt ... Diese zwei Millionen Meterzentner könnten wir schon in den allernächsten Wochen erhalten, weil die Ernte in Ungarn bereits vollzogen wird. Und damit es ja alle hören, wiederholte Kunschak am 23.Juli in der Hauptversammlung des deutsch-christlichen Wählervereines Ottakring (Bericht der christlichsozialen 'Reichspost' vom 25. Juli): Mir wurde gesagt, daß die ungarische Regierung in der Lage wäre, das ungarische Getreide zu einem Preise von 6 Kronen pro Kilogramm abzugeben. Wenn man hinzurechnet, daß außerdem noch Spesen sind, bis das Getreide heraufkommt, sagen wir 4 Kronen, so würde sich der Getreidepreis bis Wien auf 10 Kronen stellen, also eigentlich so hoch wie im eigenen Lande. Auch der christlichsoziale Parteiführer Weiskirchner - den Wienern als der Maiskirchner in Erinnerung - fuhr sofort nach dem christlichsozialen Wahlsieg am 17. Oktober 1920 nach Ungarn. Damals brachte der chrislichsoziale 'Kikeriki' folgendes verheißungsvolles Bild: (wird unten beschrieben, Anm.) Wiener u. Wienerinnen! Fragt heute die Lügner und Volksbetrüger: Wo ist das versprochene Sechskronenmehl??? Nicht ein einziges Kilo haben wir bekommen! Unsere Geduld ist zu Ende - wo ist der Nikolo geblieben? Statt des Sechskronenmehles des Herrn Kunschak haben wir das Sechstausendkronenbrot des Herrn Seipel. Wollt ihr noch einmal diesen Lügnern aufsitzen? Gebt die Antwort mit dem Stimmzettel!" Bild re.o.: (das im Text oben erwähnt wurde): Nikolo, auf dessen Gewand "Weiskirchner" steht, bringt einen Sack mit Mehl zu einer Frau (mit langem Haar und Krone) und Bub. Hinter dem Nikolo steht der mit "Seitz" gekennzeichnete Teufel. Text dazu:"Kinder nur Geduld! Nächstens kommt der Nikolo!" Bild li.u.: Kunschak zieht, vor einen Karren gespannt, in einer Stadt (Wien?) ein. Auf dem Karren liegen ein geflickter Sack mit der Aufschrift:"15 kg Maisgries", eine tote Katze, ein zweites totes Tier (Frosch?) und offensichtlich bereits stinkendes Gemüse (Erdäpfel?). Auf einem Transparent über diesen Lebensmitteln steht:"Lebensmittelhilfe von Horthy-Ungarn". Rechts neben dem Karren steht ein Arbeiter (mit Hammer), der sich die Nase zuhält. Links neben dem Karren jubelt die Menge Kunschak zu. Im Hintergrund: Stadtsilhouette. Gelb; schwarze Schrift und Bilder.

Archivsignatur

Plakatarchiv 3/94

Alte Signaturen

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Format

47x32 cm

Datum

1919

Zustand

Faltung, kl. Risse

Farbigkeit

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Material

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Vor Ort als

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Objektrelationen

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Copyright

vga

UUID

f3b92ec8-64b2-474d-b03c-60831431ad73

Zitiervorschlag

PzpA. M Plakate vor 1945. Archivsignatur: Plakatarchiv 3/94. Datenbanknummer: VGA_242. "". (https://zeithistorische-archive.at/digitalisate/plakate.f3b92ec8-64b2-474d-b03c-60831431ad73; abgerufen am 12.10.2026)