Datenbanknummer

VGA_240

Beschreibung

Text:"Antrittsrede der Bürgermeisters Jakob Reumann in der konstituierenden Gemeinderatssitzung vom 22. Mai 1919. Geehrte Frauen und Herren ! Ich nehme die Wahl an. Ich danke für das Vertauen und verspreche, meine ganze Kraft in den Dienst der Gemeinde Wien zu stellen und im Gemeinderat Ihnen stets ein unparteiischer Vorsitzender zu sein. (...) zum erstenmale konnten die Frauen und Männer Wiens dank der revolutionären Umwälzung als Freie und Gleiche über die Gemeinde- verwaltung entscheiden. Sie haben die Sorge für die Gemeinde in die Hände der Sozialdemokratie gelegt. Und als Vertreter der Arbeiterschaft, die jahrzehntelang (...) nur ein Objekt der Verwaltung war, bin ich zur Führung der Geschäfte dieser Stadt berufen worden. Diesen Zusammenhang werde ich nie vergessen. (...) Ein trauriges Erbe tritt die Sozialdemokratie an. Sie übernimmt eine Stadt, die aus dem Mittelpunkt eines großen Reiches zur Hauptstadt eines kleinen besiegten Landes geworden ist, das unter ungeheuersten Schwierigkeiten sein Wirtschaftsleben wieder aufbauen muß. (...) Alle Sünden einer Gemeindeverwaltung, die seit je auf Wahlvorrechten der Besitzenden beruhte, sind durch den Krieg in furchtbare Erscheinung getreten. (...) die erste Maßnahme, welche der Gemeinderat zu beschließen haben wird, eine Verdoppelung des Straßenbahntarifes, der große Erhöhungen der Preise für Stom und Gas und elektrischen Srom folgen müssen, so wird nachdrücklich dafür gesorgt werden, daß die Besitzenden in dieser Stadt, alle jene, denen der Krieg eine Quelle der Bereicherung war, in ausgiebigster Weise zur Tragung der Lasten herangezogen werden. Alle diese Maßnahmen (...) Gesundung der Finanzen Wiens einleiten (...). Freilich muß die Hoffnung des Volkes in Erfüllung gehen, daß das Leben in dieser Stadt der Arbeit sich nach den Bedürfnissen und Interessen der breiten Massen, nicht nach den Geldsackinteressen kleiner Gruppen gesstalten werde. Dem politischen Umsturz muß die soziale Umwälzung folgen. Bei der Vergesellschaftung der Arbeitsmittel fallen der größten Gemeinde des Staates bedeutsame Aufgaben zu. (...) wollen wir das große Werk beginnen, die Gemeinde zur Herrin von Grund und Boden machen, allen Bewohnern ein entsprechendes Heim zu schaffen, den Verkehr ausgestalten und der Stadt den entscheidenden Einfluß auf die Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Lebensmitteln bringen soll. (...) Die Schule, die Kinder= und Jugendfürsorgeeinrichtungen bedürfen eines größzügigen Ausbaues. Aber auch den Alten und Schwachen, den Siechen und Kranken soll unsere Sorge gelten. Die unglücklichen Opfer der kapitalistischen Gesellschaftsordnung dürfen keine stiefmütterliche Behandlung erfahren. (...)"

Archivsignatur

Plakatarchiv 3/92

Alte Signaturen

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Format

62x46 cm

Datum

1920

Zustand

Faltung, Risse

Farbigkeit

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Material

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Vor Ort als

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Objektrelationen

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Copyright

vga

UUID

9d452774-d0a6-4a68-93bd-648e409eabbb

Zitiervorschlag

PzpA. M Plakate vor 1945. Archivsignatur: Plakatarchiv 3/92. Datenbanknummer: VGA_240. "". (https://zeithistorische-archive.at/digitalisate/plakate.9d452774-d0a6-4a68-93bd-648e409eabbb; abgerufen am 12.10.2026)