Datenbanknummer

VGA_146

Beschreibung

Text: "An die Wähler der V. Curie! Bauern, Gewerbetreibende, Beamte, Lehrer und Priester schreiten heute gemeinsam mit den Arbeitern zur Wahl, weil die liberale Partei die Schaffung eines allgemeinen und gleichen Wahlrechtes bisher zu hintertreiben wusste. Den Christlichsozialen ist die Einführung der directen Wahlen in den Landgemeinden Niederösterreichs zu verdanken. Wähler der V. Curie! Die christliche Kirche hat auf deutschem Boden die ersten Schulen gegründet und sie durch viele Jahrhunderte in größter Blüte erhalten. Die Liberalen schufen eine "freie" Schule, um sich die Herrschaft über das Volk in Zukunft zu sichern; statt dessen erwuchs aus dieser Bildungsstätte der jugendliche Anhang der Socialdemokratie, , die fast Tag für Tag in Versammlungen und Tageszeitungen die liberale oder fortschrittliche Partei als Feindin ihrer Bestrebungen von sich stößt. Nicht Unterjochung des Volkes unter den Clerus, sondern Versöhnung beider nach dem langen Unfrieden infolge liberaler Thätigkeit bahnt die christlichsociale Partei an. Was die Erziehung des Volkes, die Hebung der Sittlichkeit fördert, hat diese junge Volkspartei im niederösterr. Landtage unterstützt. (...) In Wien hat die antisemitische Gemeindeverwaltung durch ihre Unnachgiebigkeit eine der grössten Unternehmungen, die Millionen aus dem Säckel der Steuerträger sog, die Gaswerke; für die Stadt zu sichern gewusst; durch kluge Sparsamkeit wurde nach der gänzlichen Entleerung der Cassen durch die "freigebige" Wirtschaft der Liberalen die Stadt vor der ärgsten finanziellen Bedrängnis bewahrt. Arbeitendes christliches Volk, dem Liberale weder Freiheit noch Brot gaben, höre! Die christlichsociale Partei muss die Bildung des Volkes fördern, um dessen Wohlstand zu mehren und es tüchtig im Wettkampfe gegen fremde Arbeit zu machen. Die Kinder sollen in Schulen geschickt werden, in welchen sie unterrichtet und erzogen werden. Männer sollen aus der Schule hervorgehen, die ihr Volkstum nicht verleugnen, die nie zu politischen Bettlern herabsinken, die die Ehrlichkeit höher als die Interessen politischer Parteien stellen, die im unbeugsamen Mannesmuthe für ihre Ueberzeugung streiten. Wähler! Nicht die Christlichsozialen haben die Unzufriedenheit der Lehrer geschaffen, alle Gesetze, die die Schulen und Lehrer betreffen (...) haben die Liberalen gegeben; diese sind Schuld, daß heute Lehrer offen in den Reihen der Sozialdemokratie sind. Liberale Parteiführer haben Lehrer und Beamte in Böhmen, Mähren und Niederösterreich wegen ihrer politischen Ansichten verfolgt. Dr. Karl Lueger hat den Wiener Lehrern den Zutritt in die Vertretungskörper erfochten. Auf die Unwissenheit des Volkes pochen die "deutschen" und rothen Fortschrittler, wenn sie sich Euch jetzt als Warner, als Eure Freunde und Schützer der Freiheit vorstellen. Tiefes Wissen dringe in das ganze christliche Volk, damit es seine glänzende Vergangenheit kennen lerne, damit es nicht von Lügen der neuesten Geschichtswissenschaft, wie sie in den seichtesten Wochenblättern vorgesetzt wird, irregeführt werde. Für das Streben nach Wahrheit tritt die christlichsoziale Partei ein, aber nicht für das Gift oberflächlicher Aufklärerei. Wähler der V. Curie! Die liberale Partei kann die Ziele der Christlichsocialen nicht von dem Clericalismus unterscheiden, aber sie verlangt von Euch, die gemäßigten Elemente der Socialdemokratie von den Umstürzlern zu trennen, "die an den Grundlagen der heutigen Gesselschaft rütteln wollen." "

Archivsignatur

Plakatarchiv 2/10

Alte Signaturen

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Format

ca. 91x63 cm

Datum

1898

Zustand

zerrissen!!

Farbigkeit

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Material

DĂĽnndruck

Vor Ort als

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Objektrelationen

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Copyright

vga

UUID

7264748b-a9b2-4214-8cd0-27b8892930e0

Zitiervorschlag

PzpA. M Plakate vor 1918. Archivsignatur: Plakatarchiv 2/10. Datenbanknummer: VGA_146. "". (https://zeithistorische-archive.at/digitalisate/plakate.7264748b-a9b2-4214-8cd0-27b8892930e0; abgerufen am 12.10.2026)