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Text:"Offener Brief an die vermöglichen Bewohner Wiens. (...) daß, rücksichtlich der steuerpflichtigen Gewerbsleute (...) etwas geschehen muß, wenn dieser zahlreiche Theil der Bewohner Wiens nicht dem außerordentlichen Druck der Zeitereignisse erliegen soll. Um Sie aber auf den Standpunkt zu stellen, von dem aus ich die Sache überblicke muß ich vor Allem die Bevölkerung Wiens classificieren. Ich fange bei den Proletariern an. Es ist dies diejenige Classe, welche schon zufrieden ist, wenn sie weiß, daß sie für ihre Lebensbedürfnisse nur wenigstens auf acht Tage hinaus gesichert ist: (...) dabei arbeitet der Redliche gerade so viel, daß er sich sagen kann:"da hast deinen Taglohn ehrlich verdient, man kann dir nicht nachsagen, daß du das Geld eingesteckt und nichts gethan hast." Wie lenksam, friedliebend, ehrlich und anhänglich diese Menschen sind, haben sie jetzt, wo ihnen mehrseitiger Verrath alle Thore und Thüren öffnete, und ihnen unabsehbaren Gewinn in Aussicht stellte, gezeigt; die, welche man in der Regel die Hefe des Volkes zu nennen pflegt, bilden nun einen festen Grundsteine unseres neuen, constitutionellen Staatsgebäudes, und haben durch ihre Haltung ein Beispiel aufgestellt, wie in den Annalen der Vergangenheit nicht leicht Eines zu finden sein dürfte. Die Zahl der Arbeiter ist nun aber durch Individuen, deren Erwerb bisher im Betriebe eines erlernten Handwerkes bestand, um ein Bedeutendes vermehrt worden. Diese letzteren fühlen sich erniedrigt, und reithen sich jenen nur ein, um einstweilen ihr Leben zu fristen; hoffend, daß die Geschäfte wieder aufblühen und sie in ihre Werkstätten zurückkehren können; dies sind die Gesellen verschiedener Gewerbsleute. Nun die Meister. Kann sich ein Bürger, der Familie hat, auch zu derlei Arbeit hergeben? und wollte er es, durch die aufs Höchste gestiegene Noth zur Verzweiflung gebracht, am Ende Thun, erzweckt er etwas -? Reicht der Lohn , den ein Einzelner erhält, hin, wenn er spät Abends nach Hause kömmt, erschöpft, mit zerrissenem Rock, sohlenlosen Stiefeln, geschwollenen Händen, alles Beweise der richtigen Erfüllung seiner Pflicht, reicht der Lohn, frag ich, hin, um den hungernden Angehörigen deren Zahl oft nicht gering ist, nur Brot genug zu schaffen? - Nein! - Woher soll aber nun vollends das Geld zum Zins, zur Steuer kommen, indem noch zur Eintreibung der Exekutionsmann erscheint, der so lange nicht weicht, bis er die Familie um 6kr. W.W. ärmer gemacht hat, und erst dann ganz ausbleibt, wenn man ihn bittet, er möge das nächst Mal ein Stück Kommißbrot mitbringen. Da der eigentliche Zweck dieses Schreibens der ist, Mittel aufzuzeigen, welche geeignet sein dürften, die Geschäftsleute durch Geldvorstreckung vollkommen aufzurichten (...) Plan entworfen (...) 1) jeder Geschäftsmann (...) Geld vorgestreckt bekommt, als er zur kräftigen Hebung seines Geschäftes braucht; 2) (...) bei (...) Noth an barem Gelde Niemand etwas herzugeben braucht (...) 3) die Geschäftsleute wieder Zins, Steuer und allmählich auch Schulden werden bezahlen können; 4) daß sie wieder Gesellen in Arbeit nehmen können, wodurch die Zahl der im Taglohn Arbeitenden bedeutend verringert, und endlich 5) dem Wucher, welchem bisher so viele Gechäftsleute erlegen sind, auf immer ein Ende gemacht wird. (...) August Swoboda."
Plakatarchiv 1/32
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41x25,5 cm
1848
Rand überklebt,Löch.
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PzpA. M 1848 EG, Plakatkammerl. Archivsignatur: Plakatarchiv 1/32. Datenbanknummer: VGA_32. "". (https://zeithistorische-archive.at/digitalisate/plakate.7958c507-a2de-4679-ac97-7ff5a2a66729; abgerufen am 12.10.2026)